Lobet ihn mit Pauken und Reigen

Diesen Text aus Psalm 150 nimmt die ghanaische Gemeinde „House of Faith Ministry“ wirklich ernst,  wie ein Blick in die Band-Ecke zeigt: neben großvolumigen Lautsprechern mit Verstärker findet sich dort auch ein Schlagzeug, E-Gitarre und vier Mikrofone.

Heute sitze ich an einem Sonntagnachmittag auf Einladung von Pastor Micky Mensah mit ihm in der ersten Reihe und darf den Gottesdienst miterleben, an dem etwa 70 Personen teilnehmen, hauptsächlich
aus Ghana, Nigeria, Kamerun und Kenia. Es wird Englisch gesprochen, was in Ghana übrigens Amtssprache ist, aber auch simultan auf Akan übersetzt.

Die Gemeinde wurde 1996 als Hauskirche gegründet, aber schon 1997 reichten die Kapazitäten nicht mehr aus und seitdem ist die ghanaische Gemeinde in der Lukaskirche zu Gast. Vernetzt ist die Gemeinde, die es auch in den USA, Ghana und Großbritannien gibt, mit anderen Pfingstgemeinden, so dass ab und an auch ein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert wird.

Los geht der Gottesdienst, der übrigens 3½ Stunden dauert, mit einer knappen Stunde Bibelstudium, in dem die Textstelle des Tages gelesen und erläutert wird und Fragen gestellt werden können. Schon jetzt wird klar, dass hier das Lob Gottes im Mittelpunkt steht: jedes Bibelzitat wird mit einem kräftigen „Halleluja“ oder „Amen“ unterstützt.

Neben dem Lobpreis ist aber auch das Gebet ein Hauptanliegen der Gemeinde und so gibt es am Mittwoch und Freitag den Gebetskreis.

Jetzt endlich darf auch die zehnköpfige Band ihre Arbeit aufnehmen und verwandelt elektrische Leistung in ein Konzert mit afrikanischen und englischen Liedern, die alle auswendig zu kennen scheinen, nur ich nicht. Macht aber nichts, nach ein paar Minuten bin ich drin in diesem ausgelassenen Fest zur Ehre Gottes.

Die folgende Predigt ist spannend, es geht um Entscheidungen und Gott, Entscheidungen wie Joseph sie mit Maria treffen musste.

Den Abschluss bildet das gemeinsame Gebet; wie die Predigt auch, simultan übersetzt – eine eindrucksvolle Leistung.

Und so bleibt mir nur noch zu wünschen, dass die Gemeinde mit ihrem Motto Erfolg hat: „Depopulating Hell to populate Heaven“ („die Hölle entvölkern, um den Himmel voll zu machen“)!

Stephan Goedecke-Sutojo