175. Geburtstag des Malers Wilhelm Steinhausen

Am 2. Februar 1846 wurde Wilhelm Steinhausen geboren. Das kirchliche Thema dieses Tages war ihm sehr wichtig: Maria und Joseph bringen Jesus am 40. Tag seiner Geburt zum Jerusalemer Tempel zu Simeon und Hanna, die dort Dienst tun; gemäß der Tradition werden zwei Tauben geopfert.

Wilhelm Steinhausen, Darbringung im Tempel

Steinhausen malte im Februar 1914 für die Südwand unserer Lukaskirche das großformatige Ölgemälde „Darbringung im Tempel“, das über dem Eingang zur Taufkapelle (heute: Getränkekammer) hing. In der Kirche feierte er 1916 seinen 70. Geburtstag, für ihn ein betrübter Tag: drei seiner Kinder waren in der „Kriegshölle Verdun“, seine Ehefrau Ida nicht heilbar krank. Steinhausen war Sohn einer jüdischen Mutter, prägend für ihn, folgenschwer für seine Kinder in der NS-Zeit – und die 21 Gemälde, die, rassistisch als „nicht schützenswert“ diffamiert, in der im Volksmund so genannten „Frankforter Bilderkerch“ verblieben und im März 1944 durch Brandbomben zerstört wurden. Steinhausen starb am 5. Januar 1924 und wurde auf dem Frankfurter Hauptfriedhof beigesetzt.